Auf dem Schanzenhof in Veen kamen die Grünen Alpen erneut mit Vertretern der örtlichen Landwirtschaft aus den Ortschaften der Gemeinde zu einem intensiven Austausch zusammen. Eingeladen hatten B90/Die Grünen Alpen; an dem Gespräch nahmen auch der Landtagsabgeordnete Dr. Volkhard Wille, der Fraktionsvorsitzende der Alpener Grünen Peter Nienhaus sowie der Grüne Ortsverbandssprecher Jürgen Venne teil.
Von Seiten der Landwirtschaft nahmen der Ortslandwirt Alfred Holland gemeinsam mit seiner Tochter Marina Holland, der amtierenden Kartoffelkönigin, sowie die Ortslandwirte Johannes Paaßen (Veen), Stephan Hufer (Bönninghardt) und Martin Vogt (Menzelen) teil. Als stellvertretender Ortslandwirt der Gemeinde Alpen war zudem Thomas Hussmann anwesend. Gastgeber des Treffens waren Ruth Laakmann und Vincent Schreiber vom Schanzenhof.
Bereits beim letzten Treffen im November 2024 hatte sich gezeigt, wie groß der Gesprächsbedarf zwischen Landwirtschaft und Politik ist. Auch dieses Mal waren sowohl ökologische- als auch konventionelle Landwirte anwesend, um ihre Sicht auf aktuelle Entwicklungen und politische Vorgaben einzubringen.
Unser Landtagsabgeordnete Dr. Volkhard Wille machte den Auftakt und gab einen kurzen Überblick über die Themen die aktuell im Landtag behandelt werden. Dazu gehören beispielsweise die Tierseuchen, wie die Afrikanische Schweinepest (ASP) und die Vogelgrippe. Ein weiteres Thema ist der Umgang mit Problemtieren wie Wolf, Biber, Nutria, Asiatische Hornisse und Saatkrähen. Auch der Flächenverbrauch im Kontext der 3. Änderung des Landesentwicklungsplans (LEP) sowie der Bürokratieabbau entlang der gesamten Wertschöpfungskette stehen bei der Landesregierung im Fokus.
Im Mittelpunkt des Treffens standen daneben vor allem die wirtschaftlichen und bürokratischen Belastungen, mit denen die landwirtschaftlichen Betriebe derzeit konfrontiert sind. So wurde über Dünger- und Energiemangel im Zusammenhang mit der Iran-Krise gesprochen sowie über die steigenden Anforderungen bei Audits, Verarbeitungsnormen und Wasserproben. Gerade für kleine und mittlere Betriebe sei der Aufwand oft kaum noch zu stemmen, hieß es aus der Runde.
Ein weiterer Schwerpunkt war auch der Ruf nach mehr Bürokratieabbau. Kritisiert wurde unter anderem die Frage, wie viele Nachweise und Prüfungen in der Praxis tatsächlich noch verhältnismäßig sind. Auch die Kosten für Proben und Dokumentationen seien für viele Betriebe inzwischen ein spürbarer Belastungsfaktor.
Diskutiert wurde zudem über Weidehaltung und die Frage, wie diese besser gefördert werden kann. In diesem Zusammenhang wurde auch betont, dass Investitionsförderprogramme unabhängig davon ausgestaltet sein sollten, ob es sich um einen konventionellen oder einen ökologisch arbeitenden Hof handelt. Ergänzend wurde ein eigenes Existenzgründungs-programm für Menschen gefordert, die neu in die Landwirtschaft einsteigen wollen.
Ein großes Thema war außerdem der Flächenverbrauch. Die Landwirte machten deutlich, dass landwirtschaftliche Kernräume stärker geschützt werden müssten. Genannt wurden in diesem Zusammenhang auch das 5-Hektar-Ziel, die Arbeit des AAV „Verbandes für Flächenrecycling und Altlastensanierung“ sowie die Sorge vor weiterem „Landgrabbing“, was wir Grüne auf Landesebene ebenfalls immer wieder thematisieren. Auch das privilegierte Bauen im Außenbereich, beispielsweise mit PV-Anlagen, wurde kritisch gesehen. Die Flächen werden teilweise von Großinvestoren gekauft und zur Energieerzeugung genutzt. Dadurch gehen wertvolle landwirtschaftliche Böden verloren. In Alpen ist dieses Thema glücklicherweise momentan nicht akut, da die möglichen Flächen zu klein sind und damit für Investoren unwirtschaftlich. Im Hinblick auf die erneuerbaren Energien in der Umgebung (hier Windenergie) kam der Wunsch auf, davon auch finanziell zu profitieren. Hierzu ist die Gemeindeverwaltung aktuell mit den Windkraftbetreibern in Verhandlungen, um über das Bürgerenergiegesetz NRW Bürger/innen oder die Gemeinde zu beteiligen.
Auch die europäische Gentechnik-Gesetzgebung wurde angesprochen. Die Ankündigung neuer Regelungen auf EU-Ebene sorgt in der Landwirtschaft für Aufmerksamkeit, zumal Bayern sich bereits zur Gentechnik-freien Zone erklärt hat. In diesem Zusammenhang wurde auch die Bedeutung von Gentechnik veränderter, Organismus (GVO)-freier Milch hervorgehoben.
Zum Schluss kamen auch Fragen nach dem Biberverhalten und zu Nutria-Schäden auf, da die Frage der Entschädigung hier nicht geklärt ist.
Nach gut zwei Stunden waren sich alle Beteiligten einig, dass der direkte Austausch wichtig bleibt und fortgesetzt werden soll. Der Ortsverbandssprecher Jürgen Venne und der Fraktionsvorsitzende Peter Nienhaus bestätigten die Sinnhaftigkeit dieser Gespräche, die auch im nächsten Jahr fortgeführt werden sollen.
Fraktionsvorsitzender Peter.Nienhaus@gruene-alpen.de
Parteisprecher Jürgen.Venne@gruene-alpen.de